Bilinguale Hochzeiten in Europa

Bilinguale Hochzeiten in Europa - kein Problem für erfahrene Trauredner

Angefangen hat die Hochzeitssaison 2019 bereits im März, ganz schön international. Das junge österreichisch-amerikanische Paar aus dem Techstars Office Space in dem Microsoft Building in Kendall Square hat sich entschieden zu heiraten und ihr eigenes Startup Unternehmen in Wien zu gründen. Die Herausforderung: bilinguale Hochzeiten in Europa!

„One day, on the rooftop of their first Vienna apartment, they talked (again) about how happy they were, and about the possibility of marriage. On the spot, they decided to go for it… and they sealed the deal with a high-five.”

Warum bilinguale Hochzeiten in Europa alles andere als unkompliziert sind

Die zweite Trauung wurde verzwickt. Die Braut wurde in Griechenland geboren und ging als kleines Mädchen mit ihrer Familie zuerst in die Niederlande, später kam sie nach Frankreich, wo sie das Abitur machte und schließlich zog sie nach München und wurde Designerin. Verzwickt wurde diese Trauung durch die Vielsprachigkeit:

  • Begrüßung der Gäste auf Griechisch, Holländisch und Französisch.
  • Dreifache Segnungen auf Griechisch mit Aufsetzen des Diadems.

Das sind nur zwei der Herausforderungen, die bilinguale Hochzeiten in Europa mit sich bringen.

Der Bräutigam hatte mir zuvor versichert, dass die Griechen, die Franzosen, die Holländer – aber auch die deutschen Hochzeitsgäste – verstanden haben, worum es in der Zeremonie handelte.

Bilinguale Hochzeiten in Europa – aus Sicht eines Trauredners

Udine an der Adria: Die Braut aus Italien und der Bräutigam aus Deutschland hatten sich beim Studium in Krakow im Rahmen des Erasmus Programms kennengelernt. Ich muss gestehen, „Erasmus-Paare“ sind meine Lieblinge: international, gebildet, kreativ und vor allem offen, die kulturellen Orientierungen des Partners zu akzeptieren und diese sich anzueignen. Die Trauung wurde mit der alten polnischen Tradition beendet, die die Verwendung von Brot und Salz als Symbol für Willkommen und Gastfreundschaft beinhaltet.

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4 Länder und die Herausforderung bilingualer Hochzeiten in Europa

Anfang August fuhr ich in Richtung Westen, nach Freiburg zum Schloss Rimsingen. Letztendlich 4 Länder zu vereinen, die Freunde und Angehörigen zu einer großen Familie zusammenzufügen, das war eine Herzensangelegenheit des Brautpaares. Italien, Schweiz, Deutschland und Polen. Sehr emotional wurde es, als der Bräutigamvater mit zitternden Händen die Verse

“Come le corde di una chitarra ognuno per se, ma comunque vibrando insieme per la stessa musica…”

las und einer seiner Söhne ihm dabei die Hand festhielt. Die größte Herausforderung für mich war, die Begrüßung der polnischen Gäste verständlich zu sprechen. In dem Sinne – podziękować za waszą obecność!

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Bilinguale Hochzeiten in Europa – keine Verschnaufpause für den Trauredner

Kaum zurück aus dem warmen Urlaub, ging es wieder los in Richtung Süden. Im Chiemgau wurde eine Trauung bei kühlem Wetter gefeiert. Weil die Braut irische Wurzeln hatte, wurde die Trauung bilingual. Der Regen – na ja, UK Weather – hatte kaum negativen Einfluss auf die Stimmung. Außer auf die des Hochzeitsfotografen – wegen ungünstiger Lichtverhältnisse. Mit einem „Céad míle fáilte romhat“ am Anfang eines Begrüßungswort stimmte man die Gäste aus Irland immer positiv ein – put them in the proper mood!

Bilinguale Hochzeiten in Europa – deutsche Braut & israelischer Bräutigam

Und dann kam das goldene Herbstwetter. Am Ufer eines Sees im Süden von München hat sich das Paar sein Ja-Wort gegeben. Der Bräutigam aus Israel wünschte sich eine moderne Zeremonie auf Englisch und Deutsch. Die Braut aus München wuchs zweisprachig auf, wünschte sich jedoch Französisch als Sprache für ihr Treueversprechen. So wurde aus einer bilingualen Hochzeit eine trilinguale Trauzeremonie.

Heiraten multikulti – für ein Trauredner kein Problem!

Ich liebe es, multisprachig und multikulturell mitten auf einer Wiese und umgeben von neugierigen (Zufalls-) Gästen eine mehrsprachige Trauungen zu feiern.  In der letzten Phase der Heiratszeremonie, der Nisu’in, die zu Ehren des Brautpaares folgt, wurde eine Segnung über einem Becher Wein gesprochen. Diese enthielt besondere Wünsche für das neuvermählte Paar. Der leere Becher Wein wurde in eine große Serviette gewickelt und unter dem Fuß des Bräutigams platziert, der mit Kraft auf den Glasbecher trat. Mit dem Zertrümmern des Glases riefen die Anwesenden traditionell:

Mazel tov!

Bilinguale Hochzeiten in Europa – für mich als erfahreneren Trauredner kein Problem! Auf das neues Hochzeitsjahr freue ich mich!

Euer Trauredner Ino von https://www.feierstunden.de